Montag, 31. Mai 2010

Trainingslager für Hirten

Schnell war klar, dass das Projekt „Almsommer 2010“ nur dann gelingen kann, wenn die Familie wenigstens einen Hauch von Sachkenntnis einbringen würden. Die Eintrittskarte auf eine Alm würde nur über einen so genannten "Hirtenkurs" ausgestellt werden - Bedingung auch des Senners, der uns seine Tiere für einen Sommer überlassen wollte.
Und so schickten wir den erwachsenen Teil unserer Almfamilie zum Grundkurs für Hirten und Almpersonal, der von der Tiroler Almwirtschaft organisiert wird.


Mai 2010 - In der Landwirtschaftliche Lehranstalt
In Weitau/Tirol sitzen 17 erwachsene Menschen in einem Schulraum und schauen sich neugierig an. 17 sehr unterschiedliche Menschen – Versicherungskauffrau die eine, Lkw-Fahrer im Ruhestand der andere, Student im fortgeschrittenen Stadium der dritte und unsere Städterfamilie. Sie alle verbindet ein Ziel: In vier Tagen Grundwissen erwerben über das Leben auf einer Alm in den Alpen.

Und so ist denn auch das Schulungsprogramm ziemlich straff angelegt: Grundlagen der Nutztierhaltung, Tieranatomie und -gesundheit, Melken in Theorie und Praxis, Klauenpflege, Almwirtschaft im Allgemeinen und in den Tiroler Alpen im Besonderen. Das sind die Themen, über die ab jetzt von früh morgens bis spät abends gesprochen wird

Dienstag, 18. Mai 2010

Nicht mit meinen Kühen!

„Ja, könnt ihr das überhaupt?“ „Habt's ihr denn schon mal eine Kuh gemolken?“ „Mit meinen Viechern macht's ihr das net!“ - Egal ob im Allgäu, im Berchtesgadener Land oder in Tirol: Die spontanen Reaktionen gestandener Bauern auf unsere Idee, ihr Milchvieh einen Sommer lang auf einer Alm von einer Familie betreuen zu lassen, waren immer die gleichen: Stirnrunzeln, ungläubiges Kopfschütteln, Ablehnung.
Man kann unser Ansinnen ungefähr mit dem Wunsch eines Kindes vergleichen, sich das Auto seiner Eltern ausleihen zu dürfen. Macht man ja auch nicht - auch wenn das Kind weiß, dass man mit dem Lenkrad lenkt und irgendwo Benzin eingefüllt werden muß.
Denn genauso unbedarft ist die Familie:
Im „richtigen Leben“ sind sie Malerin, Journalist und ganz normale Teenager: Elke Heydecke, Stefan Hanf und ihre Kinder Paul (13) und Emma (11) und allesamt landwirtschaftliche Neulinge.

Aufgewachsen in der Stadt und der Generation "Heidi" ist die Alm in unserer Vorstellung ein Ort, an dem der Almöhi gemütlich sein Pfeifchen schmaucht und die friedlich vor sich hin grasenden Kühe beobachtet. Kein Zivilisationsstreß, sonnige Blumenwiesen vor Alpenpanorama.
Und die Kuh hat ein Euter. Aus dem kommt Milch raus und aus der wird Käse gemacht. Soweit aus unserer Sicht ganz einnfach.
Leider nur aus unserer Sicht.